Dokumentationsstätte
Konzentrationslager Hersbruck e.V.

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Enthüllung der Skulptur "Incubus" von Vittore Bocchetta - (16.11.2017)

Dauerleihgabe vom Verein für Paul-Pfinzing-Gymnasium Hersbruck

Kunstlehrer Ulf Geer, Schüler Valentin Bräutigam und Thomas Wrensch vom Doku-Verein enthüllen die Skultpur Incubo.

Kunstlehrer Ulf Geer, Schüler Valentin Bräutigam und Thomas Wrensch vom Doku-Verein enthüllen die Skultpur "Incubo". -- Foto: K. Bub

Das Paul-Pfinzing-Gymnasium ist um ein Kunstwerk reicher: Seit Mittwoch ziert die Aula eine Skulptur von Vittore Bocchetta. Der Zeitpunkt der Enthüllung war nicht zufällig gewählt. Denn am Mittwoch  feierte der Italiener, der zu den Überlebenden des KZ Hersbruck gehört, seinen 99. Geburtstag.

Wenn der Künstler auch persönlich nicht anwesend sein konnte — er sei nicht reisefähig, so Thomas Wrensch vom Verein „Dokumentationsstätte KZ Hersbruck“ —, so schickten die jeweiligen Redner doch jede Menge Glückwünsche vom Hersbrucker Gymnasium aus Richtung Italien. Dort lebt Vittore Bocchetta in Verona.

In seinem Buch „Jene fünf verdammten Jahre“ erinnert er sich an seine wohl schrecklichste Zeit. In Italien hatte sich Bocchetta während des Zweiten Weltkriegs dem Widerstand gegen die deutsche Wehrmacht angeschlossen. Er wurde verhaftet, landete im Konzentrationslager erst in Flossenbürg, dann in Hersbruck. Obwohl er hier Schlimmstes erleben und ertragen musste, nennt Bocchetta Hersbruck heute eine „Stadt, in der er Freunde hat“, wie Wrensch erläuterte.

Der Austausch zwischen dem Italiener und dem Doku-Verein sei eng. Und so habe der Verein mit Unterstützung von Landkreis, Stadt Hersbruck, Hewa und privaten Spendern eine Skulptur von ihm erworben: „Incubo“ (Albtraum). Die steht nun als Dauerleihgabe in der Aula des Gymnasiums, für jedermann zu den Schulzeiten öffentlich zugängig.

Eigene Zeichnungen

Schüler von PPG-Kunstlehrer Ulf Geer hatten sich bereits im Vorfeld mit der Skulptur künstlerisch auseinandergesetzt und zum Beispiel eigene Zeichnungen dazu entworfen, wie der Zwölftklässler Valentin Bräutigam dem Publikum erklärte. Die Vitrine für „Incubo“ fertigte Geer, der dafür auch die Geräte des FabLab Nürnberger Land nutzen konnte, aus ausrangierten Physikschränken an. Zudem baute er einen Zahnrad-Mechanismus ein, mit dem jeder Betrachter die Skulptur selbst drehen und so von allen Seiten aus betrachten kann. „Drehen, sehen, verstehen“ steht auf dem Rad geschrieben.

Ein interaktiver Ansatz, der PPG-Chef Klaus Neunhoeffer ganz aus dem Herzen spricht. Während eine Auseinadersetzung mit dem Dritten Reich mit erhobenem Zeigefinger zu Distanz führen könne, würde diese Art des Umgangs mit der Vergangenheit viel mehr Prozesse beim Betrachter anstoßen und zu Gedanken und Diskussionen anregen.

Auch Landrat Armin Kroder freute sich über diesen „offenen und professionellen Umgang mit der Geschichte“. Für den Doku-Verein hatte er eine Spende im Gepäck, die Wrensch dankend annahm. Schließlich habe der Verein mit dem Erwerb der Skulptur seine Kasse doch ziemlich belastet. Spenden seien daher sehr willkommen, so der Vorsitzende.

Seit 2015 befindet sich übrigens auch in der Johannes-Scharrer-Realschule in Hersbruck ein Werk Bocchettas: ein Bild mit dem Titel „Consumati“. Und so waren gestern auch Vertreter der SMV der Realschule bei der feierlichen Enthüllung der Skulptur von Vittore Bocchetta im PPG dabei. „Vittore“, der Name erinnere ihn an Viktor (Sieger), so Thomas Wrensch bei seiner Ansprache. Doch Bocchetta sei eigentlich „kein Sieger geworden“, so der Vorsitzende des Doku-Vereins nachdenklich, „und dann wieder doch“..

Text: Katja Bub von der Zeitung "Das Nürnberger Land"

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Unser Projekt - (28.01.2017)

Sichern und Bereithalten von Gegenständen aus dem KZ

Aus Privatbesitz haben wir Gegenstände angeboten bekommen, die die Zeit aus dem KZ bis heute meist zweckentfremdet überdauert haben.

Es handelt sich um zwei Betontröge, die einmal als Waschtröge im KZ gedient haben, mehrere Zaunmasten aus Beton in der markanten Form aus dem ehemaligen Lagerzaun. Dazu kommen einige eiserne Bohrspitzen und evtl. auch Schienenteile.

Da zur Zeit (2016/17) von keiner Seite Bereitschaft besteht, diese Gegenstände den bestehenden Ausstellungs- und Dokumentationselementen anzugliedern und damit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, werden wir diese Gegenstände sicherstellen und dokumentieren, und in Zusammenarbeit mit der Stadt Hersbruck vorerst trocken aufbewahren.

Gleichzeitig entwickeln wir ein Konzept, wie wir diese Gegenstände zusammen mit den Gedenktafeln, die sich im Vereinsbesitz befinden, an geeigneter Stelle doch präsentieren können. Bei Fortschritten werden wir unsere Mitglieder informieren.

Betontrog von oben

Betontrog von der Seite

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Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus - (15.01.2017)

Skulptur im Rosengarten Hersbruck, 'Ohne Namen' von Vittore Bocchetta

Gedenkfeier am Freitag, 27. Januar 2017

Ökumenischer Gottesdienst in der Spitalkirche Hersbruck

Der Verein Dokumentationsstätte KZ Hersbruck, die Hersbrucker Kirchen und die Stadt Hersbruck laden Bürgerinnen und Bürger aus Hersbruck und Umgebung herzlich ein.

Ökumenischer Gottesdienst
zum
Schicksal der Hersbrucker Sintifamilien
in der Spitalkirche Hersbruck
Beginn 18:30 Uhr

Anschließend Schweigeweg und Lichterkette mit Schülern.
Abschluss an der Bocchetta-Skulptur im Rosengarten.

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Dass nicht wieder geschieht, was geschah. Das Recht und die Würde der Menschen bewahren. - (29.11.2016)

Am 12.November 2016 fand zum 22. Mal die landkreisweite Gedenkfeier an der ehemaligen Verbrennungsstätte in Schupf statt

Denkmal an der ehemaligen Verbrennungsstätte in Schupf mit Kranz

Denkmal an der ehemaligen Verbrennungsstätte in Schupf mit Kranz

Die Einladung geht von einer großen Anzahl von Verbänden, Initiativen und Parteien im Landkreis, auch des Vereins Dokumentationsstätte KZ Hersbruck e.V.aus. Sie wird von Dr. Helmut Ritzer, dem ehemaligen stellvertretenden bayerischen Landtagspräsidenten koordiniert.In seiner Begrüßung erinnerte Dr. Ritzer daran, wie menschenverachtend und tödlich das Außenlager für die Inhaftierten war. Es gebe guten Grund für den Fortbestand dieser Gedenkveranstaltung für die Toten des KZ. Aktuell drückte er sein tiefes Unverständnis darüber aus, dass am 8.11. in München PEGIDA vor der Feldherrnhalle mit richterlicher Zustimmung demonstriert hatte bzw. in Berlin eine Landkarte mit allen jüdischen Geschäften veröffentlicht wurde, mit der scheinheiligen Begründung Kunden auf diese Geschäfte aufmerksam zu machen. Die Staatsanwaltschaft sei dieser gefolgt und habe darin keine juristisch zu belangende Aktion gesehen.

Als Hauptredner war Markus Rinderspacher, Fraktionsvorsitzender der SPD im bayerischen Landtag eingeladen. Er zitierte den Zeitzeugen Max Mannheimer, gestorben am 23. September dieses Jahres:

"Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon."

Er forderte auf, die Untaten des Holocaust niemals zu vergessen. Dazu sei die Gedenkfeier in Schupf wichtig. Er wies auf die konkrete Situation in Hersbruck nach dem Krieg hin und dass es "lange . gedauert (hat), bis die Verbrechen, die hier verübt wurden, in das öffentliche Bewusstsein gelangten." Es seien viele Hindernisse zu überwinden gewesen, um jetzt den Gedenkorten die gebührende Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Er hob die Aktivitäten der Gewerkschaftsjugend, der örtlichen Politik sowie engagierter Menschen aus Hersbruck und Umgebung hervor.

"Verallgemeinerungen und Entindividualisierung wegen einer Gruppenzugehörigkeit sind erste Schritte zu tatsächlicher Ausgrenzung und Benachteiligung" warnte er mit Bezug auf aktuelle Entwicklungen. Er zitierte eine Studie, wonach 56 Prozent der Menschen in Bayern (incl. Franken) Muslimen gegenüber negativ eingestellt sind. Dies sei besorgniserregend. So forderte er mehr zivilgesellschaftliches Engagement in allen Teilen der Bevölkerung unter aktiver Unterstützung durch Parteien und die bayerische Regierung. Zum Schluss mahnte er unter Bezug auf Mannheimer:" Seht nicht weg, wenn andere wegsehen, zeigt Zivilcourage, wenn es darum geht, das Recht des Menschen und seine Würde zu bewahren".

12.November 2016 landkreisweite Gedenkfeier am Mahnmal in Schupf - Gäste 12.November 2016 landkreisweite Gedenkfeier am Mahnmal in Schupf - Posaunenchor

12.November 2016 landkreisweite Gedenkfeier am Mahnmal in Schupf - Gäste und Posaunenchor

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Angehörige der Polizeiinspektion Hersbruck informieren sich - (16.11.2016)

Führung über das Lagergelände und Doggerstollen

Am 8. November 2016 besuchten Angehörige der Polizeiinspektion Hersbruck das Außerlager Hersbruck des KZ Flossenbürg. Während der Führung wurde die räumliche Ausdehnung und Struktur, das Lagerleben, die Arbeit in den Doggerstollen und über die Polizeiarbeit im III. Reich erläutert und diskutiert.

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Video Erstaufführung Johannes-Scharrer-Realschule - (28.10.2016)

98. Geburtstag von Vittore Bocchetta am 15. Nov. 2016

Einladung zur Film-Erstaufführung in der Johannes-Scharrer-Realschule

Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Johannes-Scharrer-Realschule veranstaltet am Dienstag, 15. November 2016, dem 98. Geburtstag von Vittore Bocchetta, ehemaliger Häftling und Überlebender des KZ Hersbruck und wacher Zeitgenosse, die Erstaufführung des Videos „Vittore Bocchetta im Interview zu aktuellen Fragen“, (Feb. 2016, 17 min.) von Jungfilmer Lukas Ott, ehemals Schüler unserer Schule.


Wir laden Sie herzlich zur Teilnahme ein.

Datum: 15. Nov. 2016
Beginn: 12.10 Uhr
Ort: Aula der Realschule, vor dem Gemälde „Consumati“ von Vittore Bocchetta.
Dauer: ca. 60 Minuten.


Wir würden uns über Ihre Teilnahme sehr freuen.


Mit freundlichen Grüßen
Herbert Hieke, Realschuldirektor


Wir bitten Sie um eine Rückmeldung zu Ihrer Teilnahme ans Sekretariat unserer Schule
(Tel. 09151-8390270 Fax 09151-839027-20 oder johannes-scharrer-realschule(at)t-online.de)

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